Bière artisanale – Craft Bier auf Französisch

Französisches Craft Bier? Französisches Bier generell? Ja! Denn selbst wenn man in Frankreich hauptsächlich belgisches Bier findet, macht die Craftbierbewegung auch vor der großen Weinnation keinen Halt. Mittlerweile findet man fast in jeder größeren Stadt die ein oder andere gut sortierte Bar, Craft Bierläden und sogar eigene Brauereien (Artikel folgen). In der Vorweihnachtszeit wurde auch ordentlich Werbung für Bieradventskalender gemacht.

Sagt man jedoch Craft Bier, verstehen einen die wenigsten Franzosen. Wie so oft gibt es auch hierfür eine französische Übersetzung, nämlich bière artisanale. Kaufen kann man es in Paris, wie fast überall, in spezialisierten Läden wie dem Bières Cultes oder dem Bière Bodoma.  Diese gleichen in etwa dem, was man aus Deutschland kennt, auch in den Preisen.  Dabei findet man nicht nur nationale Gebräue sondern auch Klassiker wie SchneiderWeisse und sogar Bevog Dosen aus Österreich. Wie mir ein Besitzer erklärt hat, verkaufen sich die Dosen in Frankreich leider aber sehr schlecht. Denn mehr noch als in Deutschland verbinden die Franzosen Dosenbier mit Obdachlosen. Sehr traurig, wo es doch die beste Lagerung für Bier darstellt!

Das Bière Cultes von außen.

Selbst in kleineren Städten gibt es häufig eine Möglichkeit, an Craft Beer zu kommen. So habe ich beispielsweise im Museumsshop des Château Chambords eine Reihe regionalen Bieres aus dem Loiretal der Brauerei Hönigmann entdeckt. Auch in kleinen Feinkostläden (manche darunter etwas touristisch) findet man meist eine kleine & feine Auswahl regionaler Biere. In Deauville bin ich so auf die Brauerei Mor Braz aus der Bretagne gestoßen, die sehr experimentell unterwegs ist (Feierabend Favorit Artikel folgt). Von meinem Ausflug nach Lille und die Entdeckungen dort, wird es einen eigenen Artikel geben.

Auswahl an französischem Craft Beer (von links nach rechts): Sour Ale von Page 24, Triple Pale Titanic von St Loupoise, Weißbier von La Parisienne, Weißbier von Sarl Moulin d’Ascq, Weißbier von Chanté Blé von Hönigmann und Amber Ale Ch’ti von Castelain.

Im Vergleich zu den meisten deutschen Supermärkten, findet man in Frankreich eigentlich immer nationales wie internationales Craft Bier, das meist etwas günstiger ist (ab 1.80 €) als im spezialisiertem Laden. Die Auswahl hängt hier von Supermarkt zu Supermarkt sowie von der Stadt ab. Es lohnt sich also in mehrere Läden zu laufen.  Ein Teil wird sogar gekühlt verkauft, was jeden Hopfenfreund das Herz höher schlagen lässt. Daneben  gibt es in der Regel das typisch große belgische Sortiment.

Die Preise in Lokalen lassen einem dann aber doch das Herz in die Hose rutschen. Zwischen 6 € (Pint, eher Happy Hour Preis) bis 10 € (französisches Craft Bier 0.33 L oder 0.5 L belgisches Bier) muss man im Schnitt rechnen. Man kann ohne Probleme 12 € für eine 0.33 L Flasche BrewDog hinlegen, nach oben sind hier (leider) keine Grenzen gesetzt.

Auch in hippen Brauereigaststätten stehen die Franzosen in nichts nach. Sogar in dem sehr vollen Paris, findet man eigene Craft Bier Brauereien. So waren wir neulich in einer etwas weniger touristischen Gegend bei Paname Brewing Company. Direkt an einem Kanal (Bassin de la Vilette) gelegen, kann man im Sommer wie Winter draußen am Wasser sitzen oder drinnen im  gemütlichen Gastraum neben den Braukesseln. Sehr gutes Bier und sehr nette Leute und ganz anders als Paris sonst.

Lokal und Braustätte der Paname Brewing Company.

Für alle die sich jetzt in Frankreich ins Vergnügen stürzen und sich fragen: was ist eigentlich dieses Picon Bière was man fast überall auf der Karte findet? Der soll gewarnt sein. Bei Picon Bière handelt es sich nicht um ein Bier der Brauerei Picon, sondern um ein Bier welches mit Picon versetzt wird. Picon ist ein Aperitivgetränk, welches hauptsächlich aus Orangen hergestellt wird und um die 18 % besitzt. Damit schmeckt das Bier nach einem Radler, hat aber deutlich mehr Prozent und stellt somit eher einen Aperitiv dar.

Neugierig geworden und das war alles zu oberflächlich? Über die nächsten Wochen folgen hier mehrere Artikel in der Serie Bierland Frankreich ?!. In diesem Sinne Santé!

Es weihnachtet sehr – Geschenke für euren liebsten Bierliebhaber(in)

Geschenke zum selber Brauen

BraufässchenDas ideale Geschenk für alle, die in das Bierbrauen mal reinschnuppern wollen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, ist das Braufässchen.  Bequem online bestellbar, werden einem fertige Kits geliefert, mit denen man nach simpler Anweisung die mitgelieferten Zutaten im Fass vermengt. Angeboten werden ca. 15 verschiedene Biersorten von klassischem Weißbier oder Pils (je 29 €) auch experimentellere Varianten wie Weißbier mit Mango (32 €) oder Bourbonholz (33 €) und Dunkles mit amerikanischem Eichenholz und Honig (35 €).  Ideal für Weihnachten ist natürlich auch das Weihnachtsbier (35 €).  Im Lieferumfang der Münchner befinden sich außer allen Zutaten (abgesehen von Wasser) und dem 5 L Fass auch Braufässchen Bierdeckel – natürlich in Braufässchen Form.

Braufässchen mit frisch gezapftem, selbstgebrautem Pale Ale.

Ich selbst kann mich zu den Glücklichen zählen, die mit einem Aromahopfen Experimentierset beschenkt wurden. Beim Brauen hatte ich die Wahl zwischen verschiedenen mitgelieferten Aromahopfensorten wie Hersbrucker, Perle, Cascade und außerdem einem kleinem Säckchen Amerikanischem Eichenholz. Ich hab alles rein, bis auf den Cascadehopfen. Das ganze geht recht fix, innerhalb einer halben Stunde bis Stunde, was dauert ist die Zeit, die es für die Gärung braucht. Nach ca. zwei Wochen hab ich dann stolz verkündet: O’zapft is! Raus kam dann ein sehr leckeres, leicht krautiges Pale Ale, mit vermutlich noch geringem Alkoholgehalt, das außerdem auch sehr „frisch“ schmeckte.

Den übrig gebliebenen Cascadehopfen hab ich verwendet um Helles „aufzupeppen“. Dafür hab ich ein klassisches Münchner Helles in ein Bierglas gefüllt und ein paar Tropfen dazu gegeben.  Das Aroma entfaltet sich langsam, sprich je länger man sein Bier stehen lässt desto intensiver wird der

Geschmack – schnell auch zu intensiv. Ich empfehle das nur als Geschmackstest für den Hopfen zu machen, nicht als ernste Alternative, da man leicht das Gefühl hat ein ätherisches Öl zu trinken. Empfohlene Menge (ohne Gewährleistung): 1 Tropfen auf eine Maß. Ca. 30 €

Selber Bier machen im Keller geht einfach und ist ein tolles Geschenk für Freunde

Starterset Bierbrauen: Etwas aufwändiger und sperriger als das Braufässchen, aber dafür kann das gesamte Equipment verwendet werden, um danach die eigene Hobbybrauerei aufzubauen. Die nötigen Schritte sind leicht verständlich auf dem beigefügten Zettel erklärt, bei Fragen hilft das Hobbybrauerforum. Beim verlinkten Verkäufer gibt es nur eine Sorte Bier zur Auswahl, aber nachdem das erste Bier gebraut wurde steht der Kreativität nichts im Wege. Eigene Malzextraktsorten, Hopfen und Hefe können danach beliebig kombiniert werden. Wem das Pils nicht taugt kann solche Sets auch von anderen Verkäufern und Herstellern kaufen. Ca. 32 €

Geschenke zum selber Trinken: Das ist einfach, neben einschlägigen Bierversandfirmen (im Internet) verkaufen die meisten traditionelleren deutschen Brauereien inzwischen auch online. Mein Favorit: Brauerei Schlenkerla Eiche Doppelbock, extrem gut und schwer zu bekommen, außer der Geschenkempfänger wohnt im Umkreis von Bamberg. Und zu guter Letzt kommt der gute alten Getränkemarkt: einfach mal reinschnuppern und richtig analog nen Kasten zusammenstellen. Funktioniert besonders gut, wenn man jemanden in einer anderen Gegend/Bundesland/Land besucht: Das Bier in deinem Getränkemarkt gibt es dort meist nicht, und wer gerne Bier genießt, freut sich über Abwechslung. Ca. 6-20 €

Bier schenken ist immer eine gute Idee- bei der Auswahl im durchschnittlichen Getränkemarkt hat meißt auch der Schenker Spaß.

Geschenke zum Lesen

Lonely Planet’s Global Bier Tour: das ideale Geschenk für alle Bier-Weltbummler. Hier werden auf sehr anschauliche Weise Craft Bier Brauereien und Gaststätten von Neuseeland über Afrika bis Canada vorgestellt. Ca. 15 €

Craft Beer Kochbuch (Brandstätter): Einführung in die Welt der Biere, Brauereien und sehr guter Bierküche. Ca. 35 €

Alles über Bier in Infografiken (Riva): Selbst wenn man bei diesem Buch kaum über „Lesen“ reden kann, für das Geld werden sehr unterhaltsame Daten und Fakten über Bier weltweit anschaulich dargestellt. Schönes Geschenk wenn man auf der Suche nach einer Kleinigkeit ist. Ca. 10 €

Geschenke zum Erleben

Biergläser:  alle die sich denke –  halt ich hab doch meinen Willibecher, sind hier falsch. Denn wie guter Wein, verlangt ein gutes Bier das richtige Glas. Die Standards und Must Haves für alle Bierliebhaber bekommt man bei Spiegelau. Darüber hinaus findet man unzählige belgische Biergläser in Bierläden oder bei Manufactum. Zwischen 6 € (Glas) und 40 € (Set).

Tastings: Vom Einsteiger bis zum Profi was für alle.  Interessante Kurse bieten hier beispielsweise die VHS oder gut sortierte, spezialisierte Bierläden. Bei letzterem sollte man vorsichtig sein, hier ist man schnell bei bis zu 60 €, was schon sehr teuer ist für ein Standardtasting mit IPAs.  Geheimtipp: Biertasting im Vienna Beer Store (39 €) in Wien (Artikel folgt bald), hier kriegt man eine Führung durch die Welt der Biere von Biersommeliers wie auch Brauer. Für den kleineren Geldbeutel ist die Camba Brauerei zu empfehlen. Abhängig vom Tasting und der Anzahl an Teilnehmer zahlt man ca. 19 €.  Zu guter letzt bleibt: selber ein Tasting für Freunde und Familie veranstalten! Ca. 19 € – 50 €.

Brauereiführungen: Besonders in vielen mittelständischen und kleinen Brauereien ein großer Spaß. Hier wird sich viel Mühe gegeben den Kunden einen echten Einblick in den Produktionsprozess und die Produkte zu geben. Unbedingt darauf achten, dass die Führung nicht von einem Touristenführer, sondern von einem Brauereimitarbeiter gemacht wird. So stellt man am ehesten sicher, dass man bei der Führung auch gute Antworten auf eventuelle Fragen bekommt. Leider gibt es oft eine Mindestteilnehmeranzahl, aber nachlesen und -fragen hilft meist weiter. Gute Führungen gibt es z.B. in München bei Hopfenhaecker. Preise auf Anfrage, im Schnitt sollte man mit 10-20 € p.P. rechnen.

 

Bieriges Weihnachtsmenü

Letztes Weihnachten hab ich mir zum Ziel gesetzt, meine bayrische Familie davon zu überzeugen, dass es auch anderes gutes Bier gibt (außer Hellem und Weißbier).  Dafür habe ich zusammen mit meiner Schwester ein 3-Gänge-Menü mit und zu Bier gezaubert.  Ideengeber war das hervorragende Geburtstagsgeschenk meiner besten Freunde: das Craft Beer Kochbuch  von  T. Goffin, S.Paul & D.Haug (Brandstätter, ISBN: 978-3-85033-943-8) (auch ein heißer Tipp als Weihnachstgeschenk für Bierliebhaber). Dieses Buch bietet nicht nur bierige Rezepte mit passenden Biervorschlägen zu den jeweiligen Gerichten, sondern lädt auch zum Schmökern ein. Neben der Erklärung sämtlicher Bierstile und einer Vorstellung ausgewählter Brauereien, kriegt man auch eine allgemeine Einführung in das Kochen mit Bier, z.B. welches Bier sich als Weinersatz anbietet und welches eher nicht.

Zu Essen gab es also (alles aus dem oben genannten Buch):

Apfel-Käse-Salat mit geräuchertem Scamorza in Senf-Dill-Vinaigrette mit Munich Easy von Crew Republic

Entrecôte mit Balsamico-Butter-Sauce und Brombeeren mit  Imperial Stout von Samuel Smith

Schoko-Brownie-Kuchen mit Orange und geschmolzenen Feigen mit Lindemans Kriek

Für die Vorspeise würde ich zukünftig etwas trockeneres wie ein Session IPA empfehlen (das Detox/ Hop Junkie war aus…), die leicht herben und fruchtigen Noten haben jedoch auch gut harmoniert.

Das Hauptgericht ist mein persönlicher Liebling, deswegen hier auch das Rezept für 2 Personen (etwas gekürzt):

Entrecôte in Stoutsauce mit Brombeeren und Rosmarinkartoffeln.

2 Entrecôtes (à 200 g), gesalzen und gepfeffert

80 g Butter, feingewürfelt und tiefgekühl

40 g Bachkresse, gewaschen, getrocknet, klein gezupft

100 mL Starkbier (ich habe ein eher günstiges Porter genommen)

2 EL Öl, Salz, Pfeffer, 1 EL Zucker, 2 TL Balsamessig

Zimmerwarmes Fleisch in einer großen, mit Öl beschichteten , stark erhitzen Pfanne 2 – 3 min. scharf anbraten. Wenden und für weitere 2 – 3 min. braten. Auf vorgewärmten Platten im Ofen bei 80°C warmstellen. Bratensatz in der Pfanne mit Bier ablöschen und aufkochen. Balsamessig und Zucker dazu geben und 2 min. offen kochen. Die gefrorenen Butterwürfel nacheinander mit einem Schneebesen unterrühren. Brombeeren hinzugeben und durchschwenken, mit Salz und Pfeffer würzen. Steaks aus dem Ofen nehmen, Bratensaft unterrühren, mit Bachkresse anrichten und sofort servieren. Wir haben dazu Ofenkartoffeln mit Rosmarin gemacht.

Schoko-Brownie-Kuchen in Orangen-Sahne Sauce mit geschmolzenen Bierfeigen.

Für den Nachtisch, in welchem natürlich auch Stout enthalten ist (man könnte es mit einem Chocolate Stout krönen), wurde im Buch als Begleitung ebenfalls ein Stout empfohlen. Da ich aber Rote-Früchtesaucen zu deftigen Schokoladenkuchen liebe, es hier aber schon eine sensationelle Orangen-Sahne Sauce gab, hab ich mich für das Lindemans Kriek entschieden.  Das Ergebnis war hervorragend, da die leichte Säure den schweren Kuchen etwas ausgleicht.

Und meine Familie? Kulinarisch waren von Oma bis kleiner Cousine alle begeistert. Was das Bier angeht, herrschte anfangs noch leichte Zurückhaltung, aber spätestens beim Lindemans Kriek, das schon so eindrucksvoll mit einem Korken daher kommt, hab ich sie alle rumgekriegt 🙂 Für mich der Beweis, dass gutes Bier guten Wein beim Essen ablösen kann.

 

 

Hobbybrauen – Warum macht man das?

„Du Tust was?“ So oder so ähnlich reagiert praktisch jeder Deutsche, wenn ich ihm sage, dass ich selber Bier braue. Typischerweise geht dann das Gespräch entweder über das Reinheitsgebot irgendwie zum Bier und welche Sorten ich braue, oder verläuft sich aufgrund von vollständigem Unverständnis irgendwie im Sand.

Mit dem Brauwasser fängt alles an

Hobbybrauen ist ein seltenes Hobby in unserer Bierrepublik und tatsächlich habe ich auch erst zwei deutsche Hobbybrauerkollegen getroffen. Anders sieht das aus im Ausland: in den USA, wo Craft Bier einfach schon ewig super hip ist oder in Skandinavien, wo der Preisdruck die Menschen traditionell zum selber Brauen gedrängt hat, ist Hobbybrauen relativ normal. Und so bin auch ich zum Hobbybrauen gekommen: während einem mehrmonatigen Aufenthalt habe ich in Norwegen angefangen selber Bier zu brauen. Während das anfänglich eher aus der Not geschah (bei 3,50 € pro Dose Bier wird man schnell kreativ) habe ich dann festgestellt, dass das Ganze mir ziemlich viel Spaß macht und, zurück in Deutschland, ging es dann gleich los in der heimischen WG-Küche. Inzwischen betreibe ich das Hobby seit über 2 1/2 Jahren und muss sagen- es macht immer mehr Spaß.

Irgendwie ist es eine Mischung aus kreativem Schaffen, Basteln und meditativem Warten und Überwachen. Aus finanziellen Gründen macht man das zwar hierzulande nicht, denn der Spaß kostet einen neben ca. 15-30 € pro Sud (so nennt der Brauer eine Charge) für Rohstoffe und Verbrauchsmaterial auch ca. 12 h Arbeit und eine gehörige Portion Geduld, vom Malz bis ins Glas. Von den Investitionen in Ausstattung und Literatur ganz zu schweigen. Das reicht dann nur für ca 18-25 L Bier, aber wenigstens ist es dann meins, genau so, wie ich es haben will. Und das ist dann auch schon einer der Gründe, warum man das macht: das Bier, das ich braue ist meins. Das letzte Stout war dir nicht „röstig“ genug? Kein Problem, das nächste wird röstiger. Weißbier schmeckt dir am besten kaltgehopft, aber die Hopfensorten deines kommerziellen Lieblingsbieres sind nicht ganz ideal gewählt? Einfach mal ein Paar Sorten durchprobieren. Du willst ein Bier mit Wacholder statt Hopfen brauen? Null Problem, denn als Hobbybrauer sind die Möglichkeiten endlos. Genau das Richtige für kreative Köpfe also.

Bier mit Wacholder brauen? Als Hobbybrauer kein Problem!

So kommt man dann auch auf eine beachtliche Vielfalt: ich braue ca. 10 mal im Jahr, durchschnittlich habe ich zu jedem Zeitpunkt etwa 3-5 verschiedene Sorten Bier im Keller. Einen Reinfall gab es bis jetzt noch nicht, aber wie heißt das inoffizielle und oft eher verächtlich gebrauchte Motto des deutschen Hobbybrauerforums: „Bier wird’s immer“.

Und zu guter Letzt: das meditative „am-Einkocher-stehen“ belohnt einen neben dem entspannenden Brautag auch mit etwas, was man selbst erschaffen hat. In etwa, wie die Oma die stolz auf ihren Kuchen ist, oder der Gärtner, der sich an seinem Salat erfreut: man könnte es auch kaufen, aber selbstgemacht schmeckt nicht nur besser – es macht auch allen mehr Freude!

 

Verschiedene Malze probieren – das Privileg des Selber-Brauers

Wobei wir dann auch beim nächsten Punkt wären: als Bierliebhaber profitiert auch die Sensorik. Du hast dich schon immer gefragt, was für einen Einfluss auf den Geschmack die verwendete Hefe auf ein Bier hat? Man kann das einfach ausprobieren und die Unterschiede „erschmecken“. Oder verschiedene Hopfen kaufen und „erschnuppern“. Oder herausfinden, wie verschiedene Malzsorten schmecken. Man erlebt das ganze Produkt von den Rohstoffen bis ins Glas, wodurch man auch Konzepte wie Reifeprozesse besser verstehen lernt. Wenn man den Biergeschmack so erlebt, dann nimmt man ihn danach auch viel intensiver wahr.

Zusammenfassend kann man also sagen: wenn man wenig Zeit hat oder sich fragt, warum man Bier eigentlich selber brauen soll, wenn’s das auch zu kaufen gibt, dann sollte man das Hobbybrauen lieber lassen. Wer hingegen Bier liebt und die Rohstoffe, den Herstellungsprozess und das Produkt umfangreich erfahren will, für den ist Bierbrauen genau das richtige. Wer jetzt noch kreativ ist, aber auch den Optimierprozess und Tüfteln mag, der ist der perfekte Hobbybrauer. Bleibt für viele also die Frage: Wie steig‘ ich da am besten ein? Die definitive Antwort darauf gibt es nicht, aber: viele Volkshochschulen und private Anbieter bieten Einsteiger-Braukurse an, die sicher der perfekte Start sind. Für alle Autodidakten gibt es eine Riesen Auswahl an Büchern, auf Englisch (oft zeitgemäßer, aber mit imperialen Maßeinheiten) oder Deutsch. Wer erstmal zu scheu ist die 20-40 € auszugeben, der kann auch seinen Wissensdurst auch im Internet, z.B. auf hobbybrauer.de stillen. Das ist das offizielle Onlineforum der deutschen Hobbybrauer.

Welchen Geschmacksbeitrag leisten eigentlich verschiedene Hefen zum Bier?

Zusätzliche wichtige Onlineressourcen sind:

Fabier-Berechnungen Tolle Seite mit einfachen Berechnungs-Tools für jeden Brauer

Hobbybrauer-Wiki Das offizielle hobbybrauer.de-Wiki mit allen Infos rund ums Hobbybrauen in Deutschland-manchmal leider etwas veraltet

Maische, Malz und Mehr gute Seite mit einfachen Berechnungen und Rezeptdatenbank

Müggeland-Brauerei ähnlich wie Maische Malz und mehr, jedoch mit genaueren Berechnungstools und insgesamt größerem Funktionsumfang

Brewer’s Friend Ähnlich wie die Müggeland-Brauerei, jedoch aus Amerika und hauptsächlich für Amerikaner-trotzdem eine tolle Ergänzung

Wer jetzt noch etwas zögerlich ist, für den wird es auch hier auf bierspindel.net bald was zum Lesen geben zum Thema „Bier selber brauen, wie geht das?“.

Привет! Craft Bier auf Russisch

Russisches Denkmal

Als Trend hat es Craft Bier (крафтовое пиво) natürlich nicht nur bis zu uns geschafft, sondern auch in Länder die vielleicht weniger auf der Hand liegen. Während meiner zweiwöchigen Reise in der Moskauer und der St. Petersburger Gegend, bin ich also auch in diversen Craft Bier Bars eingekehrt.

Als erstes war ich überrascht, dass es überhaupt Craft Bier gibt. Es schießen einschlägige Bars und die auch bei uns bekannten Burger + Craft Bier Restaurants in Moskau und St. Petersburg beinahe wie Pilze aus dem Boden. Und es handelt sich keinesfalls um billige, lieblose Kopien! Bis ins kleinste Detail erfüllen diese Lokale sämtliche Klischees die so ein Laden eben erfüllen muss. Mauerwerk mit roten Ziegeln? Check! Tafeln mit den Fassbieren des Tages? Check! Die gesamte Belegschaft besteht aus Hipstern? Check! Blendet man die kyrillische Schrift aus, könnte man genauso gut in Berlin, München oder Wien sitzen. Eine Liste mit Bars und Restaurants die mir in Erinnerung geblieben sind, findet Ihr am Ende des Artikels.

Obligatorische Fassbiertafel
Eine der obligatorischen Fassbiertafeln im Parka in Moskau.

Der optische Teil sitzt also – aber was ist jetzt mit dem Bier? Bisher war ich dem russischen Bier gegenüber eher zwiegespalten. Generell könnte das russische Bier ziemlich gut als Werbung für das Reinheitsgebot (aka Biersteuergesetz) dienen. Bei den durchschnittlichen Trinkbieren wird auch schon Mal mit Zusatzstoffen oder etwa Karamell zum Süßen gepanscht. Es kommen schon auch trinkbare Biere dabei raus, es schleicht sich nur die Frage ein wie das Bier ohne die Süße schmecken würde.

Die russischen Craft Biere gehen meistens in Richtung IPA oder Pale Ale, viel seltener gibt es Stout oder gar Porter. Häufig vertreten sind die Biere der Gletcher Brewery, welche etwa 100 km von Moskau entfernt braut. Von ihren Bieren ist mir am ehesten das Bowler IPA in Erinnerung geblieben. Sehr beliebt scheint es auch zu sein, belgische Biere zu imitieren. Beinahe alle Craft Bier Brauer bieten diverse „Blanche“ Varianten an, manche besser, wie das Blanche de Fleur von Gletcher, andere schlechter, wie das Blanche de Mazaй. Aber es gibt jedenfalls eine Szene die braut und experimentiert, was allein schon sehr viel wert ist.

Neben den “imitierten” belgischen Bieren finden sich auf den Karten auch immer Leffe, Lindemans oder etwa Mort Subite, aber besonders stark vertreten sind vor allem deutsche Biere (mit kreativer Rechtschreibung). Im Meatless in Moskau gibt es sogar das Progusta von BraufactumErdinger Weißbier ist sogar quasi ubiquitär vorhanden, allerdings wird einem häufig eine 0,5 L Flasche mit 0,3 L Glas serviert – bei Weißbier natürlich eher unpraktisch.

Kreative Klopapierhalterung
Eine kreative Klopapierhalterung im Craft Brew Cafe in St. Petersburg.

Und das bringt mich nahtlos zu meinem größten Kritikpunkt: Es fehlen gefühlt die letzten 20%. Nur in den seltensten Fällen ist auf der Speisekarte Brauer, Name des Bieres und Braustil verzeichnet, das Bier wird oft eher lauwarm serviert, und auf meiner gesamten Reise habe ich sehr selten ein Craft Bier in einem ordentlichen Glas serviert bekommen. Sicher sind das oberflächliche Kritikpunkte, aber auch in Russland zahlt man für ein besseres Bier sehr schnell 5 – 6 € und dann sollten meiner Meinung nach die Randbedingungen einfach stimmen.

Trotz allem war ich am Ende positiv überrascht und es hat Spaß gemacht die russische Variante der Craft Bier Bewegung zu erleben. Besonders amüsiert hat mich die 1 L to-go PET-Flasche Lindemans Framboise aus dem Beer Happens (siehe Foto), oder dass in einem Irish Pub „Krombacher Hell“ als deutsches Craft Bier geführt war.

Eine etwas kreative to go Verpackung für ein Lindemans Framboise.
Lindemans Framboise to go im Beer Happens in Moskau.

Hier die Liste der von mir besuchten Lokale:

Moskau:

  • Beer Happens, Ulitsa Sretenka, 24/2, стр.1, Moskva, Russland, 107045, angenehme Craft Bier Bar mit großer Auswahl, Snacks und kleineren Speisen, sicher die professionellste Bar in der ich war. Die Kellner kannten sich auch gut mit dem dort ausgeschenkten Bier aus.
  • Parka, Ulitsa Pyatnitskaya, 22,стр.1, Moskva, Russland, 115035, hippe Bar mit dementsprechendem Publikum und extra „Partykeller“. Hier gab es ein Gurkenbier, das einfach „Gurke“ (sic!) hieß. Von welcher Brauerei oder nach welchem Stil gebraut konnte mir der Barkeeper leider nicht sagen.
  • Eric the Red, Arbat St, 36/2с1, Moskva, Russland, 119002, mehrstöckiges Lokal mit riesiger Auswahl an Fassbieren, auch sehr viel lokales.
  • Хорошо дело (Gute Sache), Bol’shoy Sukharevskiy Pereulok, 25k1, Moskva, Russland, 107045, Fingerfood, Burger und eine durchschnittliche Auswahl an Craft Bieren.
  • Meatless, Ulitsa Pyatnitskaya, 26, Moskva, Russland, 115035, Burger und vegetarische Speisen, daher der Name. Hier gibt es eine interessante Auswahl an Bieren, auch ein paar russische.

St. Petersburg:

  • Craft Brew Cafe, Malaya Morskaya Ulitsa, 15, Sankt-Peterburg, Ленинградская область, Russland, 190000, endlich ein Lokal, dass russisches Essen zum Craft Bier bietet! Unbedingt Pelmeni probieren und dazu ein Schlenkerla Eiche Doppelbock
  • TWIGGY, Vyborgskoye sh., 13, Sankt-Peterburg, Russland, 194356, japanisches und italienische Küche, mit einer ordentlichen Auswahl an Bier.
  • Beergeek, ul. Rubinshteyna, 2/45, Sankt-Peterburg, Russland, 191025, wärmste Empfehlung für diese Bar für die enorme Auswahl!

 

Feierabend Favorit: Munich Easy (Crew Republic, DE)

Das selbsterklärte “Summer Beer” passt von der Jahreszeit gerade eher weniger, allerdings weckt es bei mir selbst bei Minusgraden und grauem Nieselregen Sommergefühle. Das Bier besticht mit einer leichten Malzigkeit bei gleichzeitiger Fruchtnote durch die Hopfung mit Citra, Cascade, Amarillo und Comet, ohne dabei übermäßig bitter zu sein. Gerade das macht es auch zu einer idealen Einstiegsbier in die Welt der Craftbiere. Ich selber wurde mit diesem Bier geködert und muss gestehen, dass auch ich manch skeptischen Freund damit zu einem gemeinsamen Hobby verholfen habe.

Damals hieß das Bier noch Munich Summer Ale, der Name fiel aber leider einem Rebranding zum Opfer. Auch auf der Homepage des Brauers wird das Bier nur mehr als „Easy“ gelistet. Falls die Marketingabteilung von Crew Republic das hier zufällig liest, ihr könntet noch zwei Buchstaben sparen und das Bier ganz einfach „EZ“ nennen. Ganz jugendsprachenkorrekt.

Wie anfangs erwähnt passt das Bier zwar besser zum Sommer, es hilft aber dabei den grauen Winter mental in den angenehmen Münchner Sommer, den Vorgarten in den Englischen Garten und den lokalen Bagger- in den Tegernsee zu verwandeln.

In diesem Sinne – Oans, zwoa, Summa!

Gose? Goose? – Goose IPA (Goose Island Beer Co., USA)

Nachdem ich auf meinem ersten Craftbierfest dachte, eine Brauerei hätte einen Rechtschreibfehler bei ihrem „Gose“ Bier gemacht und das zweite O vergessen, hab ich nun endlich ein Goose Bier gefunden. Dieses hat nichts mit den deutschen Sauerbieren (Gose) zu tun, sondern ist ein IPA der Goose Island Beer Co. aus Chicago.

Prinzipiell sollte man sehr skeptisch sein, Biere die in den USA abgefüllt wurden, in Europa zu trinken. Der lange Transport über den großen Teich kann sich vor allem auf hopfige Biere wie IPAs oder Pale Ales negativ auswirken – und von dem groß angekündigten Hopfenaroma bleibt wenig übrig.  Nichtsdestotrotz hat mich der frische, angenehm hopfige Duft auf mehr hoffen lassen als ein unhopfiges IPA. Und ich wurde nicht enttäuscht! Angenehme, leichte Citrusnoten wie versprochen, und eine ausbalancierte Hopfigkeit ohne zu bitter zu sein. Der Malzkörper scheint hier etwas von den 55 IBUs abzufangen. Dieser lässt sich auch an der sehr golden-gelbe Farbe im Glas erkennen. Verwendet wurden hierfür Barley Malt wie auch Malted Wheat, wobei ich letzteren für einen leichten Müsliriegelgeschmack verantwortlich mache.

Insgesamt ein leichtes (5.9 %), angenehm gehopftes IPA, welches auch für Einsteiger zu empfehlen ist.  Was jedoch offen bleibt ist die Frage, ob das Bier in Chicago nicht doch hopfiger schmeckt.

Lange Nacht der Brauereien 2017 beim Giesinger Bräu

Merchandise von der LNDB 2017

Zum zweiten Mal fanden sich dieses Jahr am 21. und 22. Juli diverse bekanntere und unbekanntere, jedenfalls allesamt relativ kleine Brauereien im schönen Giesing ein um ihre besten Biere zu präsentieren. Einerseits waren bekanntere Brauereien und Gesichter, wie zum Beispiel Schneider Weisse oder Crew Republic zu sehen, andererseits war auch die Biermanufaktur Sparifankal vertreten, von der ich persönlich bisher noch nicht viel gehört bzw. getrunken habe. Das Spektakel fand bisher beide Male am beinahe malerischen Gelände des Giesinger Bräu statt, welches dank etlicher Bierbänke um einige Sitzmöglichkeiten erweitert wurde.

Allerdings gab es bereits vor Veranstaltungsbeginn ein Problem: sämtliche Vorverkaufskarten waren bereits seit längerer Zeit ausverkauft. Die nur spärlich gesäten Informationen auf der Facebookseite des Events ließen keinen Schluss zu, ob und wie viel Abendkasse verfügbar sein würde. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, es gäbe genügend Abendkassentickets zu je 10€, aber ab einer bestimmten Grenze einen Einlassstopp. Glücklicherweise hatten wir am frühen Nachmittag am Samstag keine Probleme damit, Einlass oder einen Sitzplatz zu finden.

LNDB 2017 Kehrwieder Kreativbrauerei
LNDB 2017 Kehrwieder Kreativbrauerei

Zur Organisation bleibt zu sagen, dass sonst alles relativ reibungslos verlief. Es waren genügend Wassertanks zum Spülen der Gläser oder für ein Wasser zwischendurch am Gelände verteilt. Im Vergleich zu anderen vergleichbaren Veranstaltungen war es auch nicht nötig Jetons oder Wertmünzen zu kaufen, es war möglich direkt in bar zu bezahlen.

Besonders gefreut hat mich, dass das Tölzer Mühlfeldbräu dort vertreten war. Schon im Mai am Craft Bier Fest in München war ich von deren Bier begeistert und auch hier haben sie meine Erwartungen übertroffen. Abseits von ihrem ausgezeichneten Bier haben vor allem Yankee & Kraut und die Munich Brew Mafia mit überragender Stimmung und Spaß am Bierzapfen überzeugt.

Ich möchte hier aber eher über das Fest an sich, als über die einzelnen Biere schreiben. Für mich hat sich auf der LNDB wieder einmal gezeigt, wie gut vernetzt, positiv und „klein“ die Craftbierszene ist. Es kommt einem so vor als würden sich alle kennen und selbst ich als eigentlich nur Konsument habe diverse Gesichter wiedererkannt.

Insgesamt hat die Veranstaltung einen Riesenspaß gemacht, es gab gutes Bier und als letzte kleine Freude konnten wir auch noch einiges an Brauerei Merchandise looten (siehe Foto).

Camba Biertasting und Brauereiführung in Truchtlaching

Begrüßungsbier in Truchtlaching

Geht man (zumindest in Süddeutschland bzw. Österreich) in einen Craftbierladen, gibt es eine Brauerei, welche zu fast jedem Braustil ein Bier anbietet: die Camba Bavaria. Kaum eine andere Brauerei bietet eine derartige Sortenvielfalt bei gleichzeitig gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und hat sich damit zurecht zu einer konstanten Größe in der Szene entwickelt.

Wovon hingegen vermutlich die wenigsten, selbst unter den Bayern, jemals gehört haben, ist Truchtlaching. Truchtlaching ist ein Ortsteil der Gemeinde Seeon-Seebruck mit etwas mehr als 1100 Einwohnern und liegt in der Nähe des Chiemsees. Seines Zeichens ist der Ort aber auch Sitz der Biererlebniswelt der eingangs erwähnten Brauerei und schon allein dadurch auf jeden Fall einen Besuch wert. Übrigens könnte Camba ihr Bier vermutlich tatsächlich auch erlaubterweise Chiemseer nennen, schließlich brauen sie seit diesem Jahr in Seeon.

Wir haben uns also mit einer Gruppe Freunden dazu entschlossen, eine hopfenlastige Verkostung in Truchtlaching zu probieren und aus Rücksicht auf § 316 StGB gleich eine Unterkunft in Truchtlaching gebucht. Es war etwas mühselig für insgesamt 8 Personen dort eine Bleibe zu finden und es wäre vermutlich einfacher gewesen in Seeon unterzukommen und abends ein Taxi zu nehmen.

Unsere Unterkunft in Truchtlaching
Unsere malerische Unterkunft in Truchtlaching

Nach einem Begrüßungsbier frisch vom Fass in der Wirtschaft führte uns die Camba Biersommelière in einen gemütlichen Raum mit einem Kühlschrank voll mit köstlichsten Bierspezialitäten. Unsere Gruppe war breit gefächert vom normalen Otto-Biertrinker bis hin zu selbsterklärten Bierexperten und trotzdem konnte die Sommelière das Programm für jeden zugänglich und interessant gestalten. Wir bekamen eine Reise über verschiedene Bitterstufen und Hopfensorten hinweg präsentiert und auch an der Menge der Biere wurde nicht gegeizt. Unsere Betreuerin überzeugte nicht nur mit einem enormen Wissen auf ihrem Gebiet, sondern hat den Abend auch äußerst angenehm gestaltet.

Das anschließende Abendessen – zu jedem Gericht wird das passende Bier empfohlen – kann ebenfalls wärmstens empfohlen werden. Daraufhin haben wir gleich das Weißwurstfrühstück am nächsten Tag samt Brauereiführung gebucht. Im Nachhinein gesehen war das dadurch notwendige frühe Aufstehen am nächsten Tag aufgrund der konsumierten Biermenge dann doch etwas anstrengend, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Weißwurstfrühstück in Truchtlaching
Weißwurstfrühstück in Truchtlaching am Tag nach dem Tasting

Wenn ihr also eine Gruppe bierbegeisterter Leute seid, können wir euch ganz klar das Biertasting empfehlen. Steht ihr nicht so auf hopfige Biere, werden auch andere Tastings angeboten und die Leute von Camba stellen euch sicher auch was Individuelles zusammen. Einzig mit der Erreichbarkeit und der Organisation der Unterkünfte bedarf es etwas an Aufwand, aber auch das hält sich in Grenzen.

Mehr Informationen findet ihr hier!

Feierabend Favorit: Smoky Melon (Next Level Brewing, AT)

Smoky Melon von Next Level Brewing

Die erste Frage mit der mich dieses Bier konfrontiert hat war der Name: Smoky? Smokey? Gibt’s da überhaupt einen Unterschied? Wie ich (dank dem Bier und Google) jetzt gelernt habe, gibt es das Wort „Smokey“ nur in Verbindung mit Smokey dem Bär, der uns beibringen soll, dass nur WIR Waldbrände verhindern können. Smoky steht hier allerdings völlig richtig für eine rauchige Geschmacksnote.

Smoky Melon von Next Level Brewing
Smoky Melon von Next Level Brewing mit Rauch(geschmack)

Zu einer rauchigen Melone haben die meisten Menschen vermutlich erstmal keine Assoziation, aber der Brauer verschafft hier Abhilfe. Dieser schlägt nämlich vor, sich das Bier als eine Art flüssige Vorspeise, nämlich Melone mit Prosciutto, vorzustellen.

Klingt abwegig, ich bin allerdings der Meinung, es ist eine wunderbare Kombination. Der melonige Geschmack vom bayrischen Huell Melon Hopfen harmoniert hervorragend mit der eher dezenten Rauchnote. Ihr braucht hier jedenfalls kein Schlenkerla oder ähnliche Rauchbomben erwarten. Und gerade wer zum Einstieg in die Welt der Rauchbiere etwas weniger Extremes sucht, ist hier goldrichtig.

Also: Heim kommen, Schuhe ausziehen, Smoky Melon aufmachen und genießen!