Gose? Goose? – Goose IPA (Goose Island Beer Co., USA)

Nachdem ich auf meinem ersten Craftbierfest dachte, eine Brauerei hätte einen Rechtschreibfehler bei ihrem „Gose“ Bier gemacht und das zweite O vergessen, hab ich nun endlich ein Goose Bier gefunden. Dieses hat nichts mit den deutschen Sauerbieren (Gose) zu tun, sondern ist ein IPA der Goose Island Beer Co. aus Chicago.

Prinzipiell sollte man sehr skeptisch sein, Biere die in den USA abgefüllt wurden, in Europa zu trinken. Der lange Transport über den großen Teich kann sich vor allem auf hopfige Biere wie IPAs oder Pale Ales negativ auswirken – und von dem groß angekündigten Hopfenaroma bleibt wenig übrig.  Nichtsdestotrotz hat mich der frische, angenehm hopfige Duft auf mehr hoffen lassen als ein unhopfiges IPA. Und ich wurde nicht enttäuscht! Angenehme, leichte Citrusnoten wie versprochen, und eine ausbalancierte Hopfigkeit ohne zu bitter zu sein. Der Malzkörper scheint hier etwas von den 55 IBUs abzufangen. Dieser lässt sich auch an der sehr golden-gelbe Farbe im Glas erkennen. Verwendet wurden hierfür Barley Malt wie auch Malted Wheat, wobei ich letzteren für einen leichten Müsliriegelgeschmack verantwortlich mache.

Insgesamt ein leichtes (5.9 %), angenehm gehopftes IPA, welches auch für Einsteiger zu empfehlen ist.  Was jedoch offen bleibt ist die Frage, ob das Bier in Chicago nicht doch hopfiger schmeckt.

Lange Nacht der Brauereien 2017 beim Giesinger Bräu

Merchandise von der LNDB 2017

Zum zweiten Mal fanden sich dieses Jahr am 21. und 22. Juli diverse bekanntere und unbekanntere, jedenfalls allesamt relativ kleine Brauereien im schönen Giesing ein um ihre besten Biere zu präsentieren. Einerseits waren bekanntere Brauereien und Gesichter, wie zum Beispiel Schneider Weisse oder Crew Republic zu sehen, andererseits war auch die Biermanufaktur Sparifankal vertreten, von der ich persönlich bisher noch nicht viel gehört bzw. getrunken habe. Das Spektakel fand bisher beide Male am beinahe malerischen Gelände des Giesinger Bräu statt, welches dank etlicher Bierbänke um einige Sitzmöglichkeiten erweitert wurde.

Allerdings gab es bereits vor Veranstaltungsbeginn ein Problem: sämtliche Vorverkaufskarten waren bereits seit längerer Zeit ausverkauft. Die nur spärlich gesäten Informationen auf der Facebookseite des Events ließen keinen Schluss zu, ob und wie viel Abendkasse verfügbar sein würde. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, es gäbe genügend Abendkassentickets zu je 10€, aber ab einer bestimmten Grenze einen Einlassstopp. Glücklicherweise hatten wir am frühen Nachmittag am Samstag keine Probleme damit, Einlass oder einen Sitzplatz zu finden.

LNDB 2017 Kehrwieder Kreativbrauerei
LNDB 2017 Kehrwieder Kreativbrauerei

Zur Organisation bleibt zu sagen, dass sonst alles relativ reibungslos verlief. Es waren genügend Wassertanks zum Spülen der Gläser oder für ein Wasser zwischendurch am Gelände verteilt. Im Vergleich zu anderen vergleichbaren Veranstaltungen war es auch nicht nötig Jetons oder Wertmünzen zu kaufen, es war möglich direkt in bar zu bezahlen.

Besonders gefreut hat mich, dass das Tölzer Mühlfeldbräu dort vertreten war. Schon im Mai am Craft Bier Fest in München war ich von deren Bier begeistert und auch hier haben sie meine Erwartungen übertroffen. Abseits von ihrem ausgezeichneten Bier haben vor allem Yankee & Kraut und die Munich Brew Mafia mit überragender Stimmung und Spaß am Bierzapfen überzeugt.

Ich möchte hier aber eher über das Fest an sich, als über die einzelnen Biere schreiben. Für mich hat sich auf der LNDB wieder einmal gezeigt, wie gut vernetzt, positiv und „klein“ die Craftbierszene ist. Es kommt einem so vor als würden sich alle kennen und selbst ich als eigentlich nur Konsument habe diverse Gesichter wiedererkannt.

Insgesamt hat die Veranstaltung einen Riesenspaß gemacht, es gab gutes Bier und als letzte kleine Freude konnten wir auch noch einiges an Brauerei Merchandise looten (siehe Foto).

Camba Biertasting und Brauereiführung in Truchtlaching

Begrüßungsbier in Truchtlaching

Geht man (zumindest in Süddeutschland bzw. Österreich) in einen Craftbierladen, gibt es eine Brauerei, welche zu fast jedem Braustil ein Bier anbietet: die Camba Bavaria. Kaum eine andere Brauerei bietet eine derartige Sortenvielfalt bei gleichzeitig gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und hat sich damit zurecht zu einer konstanten Größe in der Szene entwickelt.

Wovon hingegen vermutlich die wenigsten, selbst unter den Bayern, jemals gehört haben, ist Truchtlaching. Truchtlaching ist ein Ortsteil der Gemeinde Seeon-Seebruck mit etwas mehr als 1100 Einwohnern und liegt in der Nähe des Chiemsees. Seines Zeichens ist der Ort aber auch Sitz der Biererlebniswelt der eingangs erwähnten Brauerei und schon allein dadurch auf jeden Fall einen Besuch wert. Übrigens könnte Camba ihr Bier vermutlich tatsächlich auch erlaubterweise Chiemseer nennen, schließlich brauen sie seit diesem Jahr in Seeon.

Wir haben uns also mit einer Gruppe Freunden dazu entschlossen, eine hopfenlastige Verkostung in Truchtlaching zu probieren und aus Rücksicht auf § 316 StGB gleich eine Unterkunft in Truchtlaching gebucht. Es war etwas mühselig für insgesamt 8 Personen dort eine Bleibe zu finden und es wäre vermutlich einfacher gewesen in Seeon unterzukommen und abends ein Taxi zu nehmen.

Unsere Unterkunft in Truchtlaching
Unsere malerische Unterkunft in Truchtlaching

Nach einem Begrüßungsbier frisch vom Fass in der Wirtschaft führte uns die Camba Biersommelière in einen gemütlichen Raum mit einem Kühlschrank voll mit köstlichsten Bierspezialitäten. Unsere Gruppe war breit gefächert vom normalen Otto-Biertrinker bis hin zu selbsterklärten Bierexperten und trotzdem konnte die Sommelière das Programm für jeden zugänglich und interessant gestalten. Wir bekamen eine Reise über verschiedene Bitterstufen und Hopfensorten hinweg präsentiert und auch an der Menge der Biere wurde nicht gegeizt. Unsere Betreuerin überzeugte nicht nur mit einem enormen Wissen auf ihrem Gebiet, sondern hat den Abend auch äußerst angenehm gestaltet.

Das anschließende Abendessen – zu jedem Gericht wird das passende Bier empfohlen – kann ebenfalls wärmstens empfohlen werden. Daraufhin haben wir gleich das Weißwurstfrühstück am nächsten Tag samt Brauereiführung gebucht. Im Nachhinein gesehen war das dadurch notwendige frühe Aufstehen am nächsten Tag aufgrund der konsumierten Biermenge dann doch etwas anstrengend, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Weißwurstfrühstück in Truchtlaching
Weißwurstfrühstück in Truchtlaching am Tag nach dem Tasting

Wenn ihr also eine Gruppe bierbegeisterter Leute seid, können wir euch ganz klar das Biertasting empfehlen. Steht ihr nicht so auf hopfige Biere, werden auch andere Tastings angeboten und die Leute von Camba stellen euch sicher auch was Individuelles zusammen. Einzig mit der Erreichbarkeit und der Organisation der Unterkünfte bedarf es etwas an Aufwand, aber auch das hält sich in Grenzen.

Mehr Informationen findet ihr hier!

Feierabend Favorit: Smoky Melon (Next Level Brewing, AT)

Smoky Melon von Next Level Brewing

Die erste Frage mit der mich dieses Bier konfrontiert hat war der Name: Smoky? Smokey? Gibt’s da überhaupt einen Unterschied? Wie ich (dank dem Bier und Google) jetzt gelernt habe, gibt es das Wort „Smokey“ nur in Verbindung mit Smokey dem Bär, der uns beibringen soll, dass nur WIR Waldbrände verhindern können. Smoky steht hier allerdings völlig richtig für eine rauchige Geschmacksnote.

Smoky Melon von Next Level Brewing
Smoky Melon von Next Level Brewing mit Rauch(geschmack)

Zu einer rauchigen Melone haben die meisten Menschen vermutlich erstmal keine Assoziation, aber der Brauer verschafft hier Abhilfe. Dieser schlägt nämlich vor, sich das Bier als eine Art flüssige Vorspeise, nämlich Melone mit Prosciutto, vorzustellen.

Klingt abwegig, ich bin allerdings der Meinung, es ist eine wunderbare Kombination. Der melonige Geschmack vom bayrischen Huell Melon Hopfen harmoniert hervorragend mit der eher dezenten Rauchnote. Ihr braucht hier jedenfalls kein Schlenkerla oder ähnliche Rauchbomben erwarten. Und gerade wer zum Einstieg in die Welt der Rauchbiere etwas weniger Extremes sucht, ist hier goldrichtig.

Also: Heim kommen, Schuhe ausziehen, Smoky Melon aufmachen und genießen!

Bald geht’s los!

Hallo,

hier entsteht gerade der Bier- und Braublog von Pia, Viktor und Konstantin. Wir wollen euch die Welt des Genießens von Hopfenkaltschalen näher bringen und dabei besonders auch über unsere Hobbybrauerfahrungen berichten.

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Bis Bald,

Euer Bierspindel-Team