Bier aus Ebersberg (Oberbayern)

Der Craft Bier Trend hält mittlerweile auch schon in Deutschland seit einigen Jahren an, und ein Ende ist nicht in Sicht. Nachdem der Trend aus den USA kommt, und dort hauptsächlich Sorten wie IPAs oder Stouts gebraut werden, verbinden hierzulande die meisten damit hopfige, intensiv schmeckende Biere „von denen ich jetzt nach dem Rasenmähen nicht mal ne Flasche trinken kann“. Das muss aber nicht sein. Genau genommen bedeutet „craft“ in erster Linie handwerklich hergestelltes Bier, das in unabhängigen Brauereien meist traditionell gebraut wird. Deswegen ist leider eine Konsequenz des Craft Bier Hypes, dass große Brauereien ihr Bier nicht mehr filtrieren und meinen dafür das doppelte verlangen zu können, um auf dem „Ursprünglichkeits-Hype“ mitschwimmen zu können. Andererseits bedeutet es aber auch, dass verschwundene Brauereien wiederbelebt werden. So auch in Ebersberg, einer kleinen idyllischen Kreisstadt im Osten Münchens. Am 21. September 1400 (Mathäustag) wurde dem Kloster in Ebersberg das Leutgeb und Schankrecht durch Herzog Ernst zugesprochen. Als der Ritterorden der Malteser 1781 das Kloster übernahm, durfte es sich gar als Schloss bezeichnen. Bis zum Jahre 1974 wurde dort Bier gebraut, dann ereilte es demselben Schicksal wie vielen andere kleine Brauereien. Da die Modernisierungskosten zu hoch wurden und die großen Brauereien immer mächtiger, musste die Schlossbrauerei zugesperrt werden. Ab dem 21. September 2019 wird das Ebersberger Bier erneut erhältlich sein. Wir haben Sebastian Otter gefragt, was ihn dazu bewegt hat, das Ebersberger Schlossbräu wieder aufleben zu lassen.